Kann ein Algorithmus Männer wirklich besser einkleiden als ein Herrenausstatter mit langjähriger Erfahrung? Ja, sagt Julia Bösch, Gründern und Geschäftsführerin von Outfittery. Sie bietet Männern einen Online-Einkaufsservice für Klamotten: Kunden geben beispielsweise an, wie groß sie sind oder welche Farben ihnen gefallen. Auf Basis dieser Informationen und einer digitalen Beratung durch Stylisten, bekommen sie dann individuelle Outfits per Post zugeschickt. Lars Braun bezweifelt, dass diese Modeberatung funktioniert. Er führt in dritter Generation den traditionellen Herrenausstatter Braun Hamburg. Seiner Meinung nach schlägt der Service seiner Mitarbeiter jeden Algorithmus. Wer wird den Kampf im Herrenmodemarkt gewinnen? Zum Duell treten an: Julia Bösch, Gründerin und Geschäftsführerin von Outfittery und Lars Braun, Inhaber und Geschäftsführer von Braun Hamburg.

DIE WICHTIGSTEN FAKTEN:

Diese beiden streiten über die Zukunft im Herrenmodemarkt:

  • Gründerin und Geschäftsführerin von Outfittery
  • hat das Unternehmen 2012 gegründet
  • arbeitete zuvor beim Onlinemodehändler Zalando, dort verantwortete sie ab 2009 die Internationalisierung des Berliner Start-ups.
  • studierte nach dem Abitur Betriebswirtschaft in München und New York.
  • Inhaber und Geschäftsführer von Braun Hamburg
  • hat in seinem Unternehmen zusätzlich den Job des Einkäufers
  • hat 2009 dafür gesorgt, dass der Herrenausstatters einen eigenen Onlineshop aufbaut
  • führt das Unternehmen in dritter Generation, Braun Hamburg existiert seit 1933

Um was streiten die sich eigentlich?

Einzelhändler haben es immer schwerer, Kunden in ihre Ladengeschäfte zu locken. Viele Kunden bevorzugen den schnellen und einfachen Weg, online zu shoppen und sich die Ware zuschicken zu lassen. Besonders Männer haben keine Lust, einkaufen zu gehen – so lautet zumindest das Klischee, das Julia Bösch für ihr Geschäft nutzt. Sie bietet Männern einen Online-Einkaufsservice: Wer seine Daten, Bedürfnisse und Wünsche angibt, bekommt daraufhin passende Outfits zugeschickt. Das besondere an der Geschäftsidee: Obwohl die Kunden nicht vor Ort sind, nichts anprobieren und auch nicht unbedingt mit einem Stylisten sprechen, werden sie individuell bedient. Ein Algorithmus berechnet, was dem Kunden steht, was ihm passt und ihm gefällt. Diesen Service haben bislang nur die Händler vor Ort bieten können. Individuelle Beratung ist das Argument, warum Menschen überhaupt noch in den Laden gehen. Kann Outfittery diesen Service ersetzen, gar besser machen?

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