Das Start-up Legal Hero will mit dem Portal abfindungsheld.de Anwälte überflüssig machen. Es hilft gekündigten Arbeitnehmern, ihre Rechte gegen den Chef durchzuboxen und zahlt sogar Sofortabfindungen aus. Die Kanzlei Dornbach setzt mit 450 Mitarbeitern darauf, dass die anwaltliche Kreativität noch lange unverzichtbar bleibt. Wer wird sich am Ende durchsetzen? Zum Duell treten an: Legal-Hero-Gründer Robin Friedlein und Alexander Birkhahn, Rechtsanwalt bei Dornbach.

DIE WICHTIGSTEN FAKTEN:

Diese beiden streiten über die Zukunft der Rechtsberatung:


  • seit 17 Jahren Anwalt für Arbeitsrecht
  • Geschäftsführender Gesellschafter von Dornbach Rechtsanwälte in Koblenz
  • Die renommierte Sozietät blickt auf eine über eine 60-jährige Firmengeschichte zurück. Seit Jahren platziert sie sich in den Top 15 der führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Deutschland. Der Umsatz 2016: geschätzt 48 Millionen Euro
  • Dornbach setzt – stellvertretend für viele andere Kanzleien – auf ein klassisches Geschäftsmodell: persönliche Beratung, individuelle Antworten, mittelständisch geprägt.
  • „Jeder Fall ist anders“, sagt Alexander Birkhahn. Anwälte werden noch lange gebraucht, weil nur Menschen in der Lage sind, kreative rechtliche Lösungen für die Zukunft zu finden. Maschinen könnten das nicht.
  • Diplom-Jurist
  • Gründete 2017 das Berliner Start-up Legal Hero, Geschäftsführer, 8 Mitarbeiter
  • Ist bislang nur mit dem Portal abfindungsheld.de am Markt, hat laut eigener Aussage schon den Break-Even erreicht
  • Das Start-up unterstützt gekündigte Arbeitnehmer, ihre Ansprüche gegen den Chef durchzusetzen. In aussichtsreichen Fällen zahlt das Start-up sogar innerhalb von 24 Stunden sogar eine Sofortabfindung aus. Das ist möglich, weil das Start-up die rechtliche Prüfung automatisiert hat.
  • Das Werbeversprechen von Abfindungsheld.de ist: „No win, no fee“ – der Kunde trägt kein Kostenrisiko, wenn das Verfahren später verloren geht. Auch die Sofortabfindung muss er nicht erstatten.

Um was streiten die sich eigentlich?

Noch vor zehn Jahren hätten es für viele für unmöglich gehalten, dass künstliche Intelligenz einmal die Aufgaben von Anwälten übernehmen würde. Recht auszulegen und zu gestalten, galt als Königsdisziplin des menschlichen Geistes. Dann gründeten sich 2010 die ersten Start-ups, die automatisiert Fluggastrechte gegen Airlines geltend machten. Mittlerweile sind kaum noch Anwälte in dem Gebiet unterwegs. Jetzt hat sich das Start-up Legal Hero das Arbeitsrecht vorgenommen und prüft Kundenanfragen automatisiert. Über 1000 Fälle sollen in die Datenbank eingeflossen sein. Während das für die neuen Legal-Tech-Firmen nur der Startschuss für eine umfassende Digitalisierung ist, glauben Anwälte, dass ihre Expertise noch lange gebraucht wird – weil viele Rechtsgebiete viel zu komplex sind und Maschinen nur schlechte Lösungen für zu viel Geld liefern.

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