20 Floskeln, die keiner auf Ihrer Website lesen will

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Viele Inhalte auf Websites sind nur unnötiges BlaBla. Copyright: Marie Maerz/Photocase.de

Viele Unternehmenswebsites strotzen nur so vor inhaltsleeren Floskeln. Machen Sie den Test: Wie viele dieser Floskeln finden Sie auf Ihrer Internetseite? Und lernen Sie, was Sie stattdessen schreiben sollten.

Unternehmenswebsites (genauso wie Pressemitteilungen) sind oft vollgestopft mit Floskeln – nichtssagende banale Redewendungen, die dem Leser keine Informationen bieten. Genau danach sucht der Kunde aber auf Ihrer Website: nach Informationen. Prüfen Sie doch mal, ob Sie auf Ihrer Internetseite mehr als vier der unten aufgeführten Redewendungen finden. Wenn ja, dann ist es höchste Zeit, Ihre Websitetexte zu überarbeiten.
 

xy ist unsere Leidenschaft

Schön für Sie, aber was haben Ihre Kunden davon? Man kann auch mit Leidenschaft schlechte Arbeit abliefern.
 

Als eines der führenden Unternehmen für …

Das ist erstmal nur eine Behauptung. Schreiben Sie besser etwas, aus dem hervorgeht, dass Sie zu den führenden Unternehmen gehören. Nennen Sie beispielsweise Ihren Marktanteil.
 

Unsere Produkte bestechen durch …

Ihre Produkte stehen für etwas, aber bestechen? Menschen bestechen andere Menschen. Und das ist dann strafbar.
 

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Für Rückfragen

Gibt es auch Hinfragen? Streichen Sie das „Rück“ und schreiben Sie einfach Fragen.
 

Frau xy steht Ihnen jederzeit zur Verfügung

Oh je, die Arme. Es wirft kein gutes Licht auf Sie, wenn Ihre Mitarbeiter rund um die Uhr für Ihre Kunden oder Interessenten „zur Verfügung stehen“ müssen. Und es ist in den meisten Fällen schlicht eine Lüge. Schreiben Sie besser: Ihre Fragen beantwortet Frau xy montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr.
 

Qualität/Nachhaltigkeit/Service wird bei uns großgeschrieben

Kennen Sie Unternehmen, die diese Worte kleinschreiben? Das wäre dann ein Fall für das Korrektorat.
 

Konsequent weiterentwickelt

Kann man etwas auch inkonsequent weiterentwickeln? Beschreiben Sie stattdessen, welchen Kundennutzen die Weiterentwicklung gebracht hat.
 

dabei setzen wir konsequent auf

Streichen Sie das Wort „konsequent“. Für den Kunden zählt, was hinten rauskommt, egal ob Sie das konsequent oder inkonsequent erreicht haben.
 

Im Handumdrehen sorgen wir für …

Respekt. Eine Hand umzudrehen dauert weniger als eine Sekunde. Sind Sie mit Ihrer Dienstleistung wirklich so schnell? Besser schreiben Sie realistisch, wie lange es dauert, bis Sie sich um das Anliegen des Kunden kümmern können.
 

Umfangreiche Erfahrungen

Was heißt das genau? Sind Sie drei Jahre oder 30 Jahre lang im Geschäft? Schreiben Sie konkret, welche Erfahrungen Sie oder Ihr Unternehmen bieten können, und streichen Sie das Wort „umfangreiche“.
 

Kundenfreundlicher Service

Ist ja wohl selbstverständlich. Oder würden Sie schreiben, dass Sie einen kundenunfreundlichen Service haben? Und als kundenfreundlich empfinden Ihre Kunden vielleicht etwas ganz anderes als Sie.
 

Maßgeschneiderte Lösungen

Vielleicht wollen Sie Ihren Kunden damit sagen, wie besonders und einzigartig Ihre Leistung ist. Aber wie besonders und einzigartig kommen Sie rüber, wenn Sie die Formulierung gebrauchen, die praktisch jeder nutzt, um sein Angebot anzupreisen? Maßgeschneidert sind Maßanzüge (und Maßschuhe), sonst nichts.
 

Qualitativ hochwertig

Ist doppelt gemoppelt. Was hochwertig ist, hat eine gute Qualität. Also kann man „qualitativ“ getrost streichen. Und was sagt diese Floskel über Ihr Produkt aus? Gar nichts. Nennen Sie lieber die konkreten Produkteigenschaften, dann kommt der Kunde selbst darauf, dass Ihr Produkt hochwertig ist.
 

… steht für uns an erster Stelle

Mal sind es zufriedene Kunden, mal der perfekte Service, mal die Sicherheit des Kunden oder gar die Wünsche derselben, die an erster Stelle stehen. Tausendmal gelesen, nullmal geglaubt.
 

Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Kapital

Dieser Satz ist in Geschäftsberichten oder Unternehmensbroschüren häufig zu lesen. Leider bleibt es oft bei der Floskel. Schreiben Sie lieber, was Sie konkret für zufriedene Mitarbeiter tun – das zeigt viel besser Ihre Wertschätzung für die Belegschaft.
 

Großes Angebot/breites Angebot

Was heißt das konkret? Nennen Sie Zahlen! Statt: „Wir haben ein großes Angebot an Kursen“ schreiben Sie beispielsweise: „Wir bieten 93 verschiedene Kurse für Selbstständige, Gründer und Unternehmer an. 10 Dozenten sind für uns tätig.“
 

Alles aus einer Hand

Die meisten Unternehmen haben mehr als ein Produkt oder eine Dienstleistung im Angebot. Das reicht offenbar schon aus, um mit „alles aus einer Hand“ zu werben. Das Sprachbild ist aber nicht stimmig: Traktoren und Werkstattservice aus einer Hand? Das will ich sehen.
 

Innovative Lösungen

Am besten noch für „neue Herausforderungen“. Schnarch. Steht schätzungsweise in jeder zweiten Imagebroschüre.
 

Unser dynamisches Team

Sagt nicht viel aus. Und überhaupt: Was soll das bedeuten? Erzählen Sie lieber konkret, wie Sie arbeiten und was Sie als Team ausmacht.
 
Und zuletzt noch eines: Dass Sie kompetent, professionell und engagiert sind, das sind Selbstverständlichkeiten, die nicht der Rede wert sind. Und die Sie ganz sicher nicht von anderen Unternehmen unterscheiden.

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12 Kommentare

  • Just Antworten

    Oha, mehrmals erwischt 😉

  • Alexander Schuster Antworten

    Zum Thema Maßschneidern: Ich glaube da gibt es noch deutlich mehr als nur Schuhe und Anzüge 🙂 Fahrzeugeinrichtungen zum Beispiel!
    Aber sonst habe ich mich wohl auch ein bisschen ertappt gefühlt 😉

    • Dorothée Schmid Antworten

      Lieber Herr Schuster,
      Wenn ich mich nicht täusche, werden Fahrzeugeinrichtungen wenn dann maßgefertigt, aber sicher nicht geschneidert. 😉

  • dwin Antworten

    Dazu:

    „Und zuletzt noch eines: Dass Sie kompetent, professionell und engagiert sind, das sind Selbstverständlichkeiten, die nicht der Rede wert sind. Und die Sie ganz sicher nicht von anderen Unternehmen unterscheiden.“

    Dem würde ich vehement widersprechen….! Wenn man diese 3 „Must haves“ tatsächlich bieten kann – unterscheidet man sich mindestens von 80% der Unternehmen.

  • Caro Antworten

    Stimmt wohl, ist mir aber ein bisschen ZU pingelig.
    Zumal im eigenen Intro etwas von „nichtssagenden banalen Redewendungen“ steht – auch doppelt gemoppelt? Und auch die Formulierung „höchste Zeit“ müsste dann dem Rotstift zum Opfer fallen… 😉 Am Ende gibt es m.E. ein paar Redewendungen, die einer kritischen Überprüfung natürlich nicht standhalten, aber einfach zu unserer Alltagssprache gehören.

  • Hermann Antworten

    Endlich mal jemand, der die Wahrheit ausspricht!
    Worthülsen wohin man sieht. Und wenn die Kunden dann kommen und sich auf das berufen, was auf der Webseite des Unternehmens aufgeführt ist, dann blickt man oft in leere Gesichter.
    Auch ich werde mir davon “ eine Scheibe abschneiden“. Arbeite im künstlerischen Metier und nirgendwo werden, gefühlt, so viele nichtssagende Floskeln und Worthülsen verwendet, wie dort.
    Danke nochmal für diesen Artikel!

  • El Antworten

    Sagt wer? Wer bestimmt, dass dies Floskeln sind und wie sicher sind Sie, dass Ihre Alternativ-Aussagen nicht auch Floskeln sind? Also ist es doch eine rein subjektive Betrachtung. Der eine Website-Besucher fühlt sich bei bestimmten Aussagen gut aufgehoben, der andere betrachtet dies als antiquiert und nicht aussagekräftig. Verschiedene Menschen, verschiedene Meinungen.

  • Andy Antworten

    Mit 10 Floskeln wäre das ein guter Artikel, mit 20 Floskeln jedoch ziemlich langweilig und voller Floskeln.

  • Ines Antworten

    Nach dem Duden sicher korrekt, ist mir aber zu haarspalterisch 🙂

  • Basileus Antworten

    ,,Nicolaus Förster ist leidenschaftlicher Journalist“
    – Das ist erstmal nur eine Behauptung

    „Nicole Basel ist erfahrene Journalistin…“
    – was heißt das genau? Sind Sie 3 Jahre oder 30 Jahre im Geschäft?

    „…mag gute Texte und liebt verrückte Geschichten“
    – schön für sie aber was haben Ihre Kunden davon?

    Offensichtlich kann man auch so schlechte Arbeit abliefern.

    • Nicole Basel Antworten

      Eiskalt erwischt!

    • Nicole Basel Antworten

      Ist es so besser? 😉

      Es geht ja nichts über aufmerksame Leser. Danke!

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