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11 Uhr // Alte Schule I // Partner-Werkstatt BBL Bernsau Brockdorff

»Werkstatt Unternehmensnachfolge«

Um das Lebenswerk zu erhalten

Für jeden Unternehmer ist die Firma mehr als eine Firma, sie ist ein Lebenswerk – sein Lebenswerk. So schwer es ihm scheint, sich davon zu verabschieden, ist es doch unvermeidbar. Damit sein Lebenswerk über die eigene Lebensspanne hinaus gedeihen kann, muss der Unternehmer rechtzeitig die Weichen stellen für die Zeit, in der er nicht mehr über die Geschicke wachen kann. Es gilt, die Nachfolge zu regeln. Damit eröffnen sich vielfältige Fragen: Wie soll der Übergang gestaltet werden? Was bedeutet der Wechsel für die Mitarbeiter, für die Lieferanten und nicht zuletzt für die Kunden? Hier ist der Unternehmer gefordert, mit seiner Präsenz und mit klaren Vorgaben den Wandel voranzutreiben. Damit sein Lebenswerk wirklich Bestand hat. In diesem Workshop erkunden wir, für welche Situationen in unterschiedlichen Unternehmen ebenso unterschiedlich vorgesorgt werden muss und vor allem, wo die Prioritäten liegen sollten.

Aus Fehlern lernen »

Viele Unternehmer verdrängen die Zeit „nach der Firma“ und vereiteln so den gelungenen Übergang zu ihrem Nachfolger. Statt ihr Lebenswerk dadurch zu erhalten, zerstören sie es. In dieser Werkstatt werden Beispiele für gelungene und kritische Unternehmensnachfolgen vorgestellt.

Mit: Joachim von Ribbentrop (odewald.com) als Vertreter eines Investitionsfonds und Rechtsanwalt Christoph Meyer (skwscharz.de) haben eine Vielzahl von Nachfolgen begleitet. Christian Graf Brockdorff und Dr. Christian Heintze (beide BBL Bernsau Brockdorff) legen ihren Schwerpunkt auf die Unternehmensnachfolge in Krisenzeiten.

 

Christian HeintzeDr. Christian Heintze LL.M. ist nach Auslandsaufenthalten im Rahmen seiner Ausbildung und einem Zusatzstudium der Finanz- und Steuerwissenschaften seit 1999 als Rechtsanwalt tätig. Seit 2003 wird er regelmäßig als Insolvenzverwalter bestellt. Er ist Gründungspartner der auf Insolvenz- und Sanierungsberatung spezialisiertem Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff. Im Rahmen von gerichtlichen und außergerichtlichen Sanierungen übernimmt Dr. Heintze auch operative Tätigkeiten als CRO. Seit 2012 hat er in mehreren (eigenverwalteten) Insolvenzverfahren Gläubiger oder Geschäftsführung im Hinblick auf den Umgang mit Anleihegläubigern beraten. In 2013 hat er die Geschäftsführung von 5 italienischen Gesellschaften übernommen um ein gerichtliches Vergleichsverfahren in Italien durchzuführen. Darüber hinaus berät er Privatinvestoren beim Erwerb von in der Krise befindlichen Unternehmen.

3 Fragen an Christian Heintze
Haben Sie schon einmal einen Fehler gemacht?
Ja, ich mache täglich welche – bewusste und unbewusste. Letztere zu finden ist das Schwierige.

Wie gehen Sie mit Fehlern um?
Es gibt keine Fehlerfreiheit; Fehler sind auch nur Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

Was kann man aus Fehlern lernen?
Ich frage mich, wo das Positive dieses Fehlers liegt, um es in der Zukunft zu nutzen.

 

Christian Graf BrockdorffChristian Graf Brockdorff LL.M. ist Fachanwalt für Insolvenzrecht und seit 1991 als Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter tätig. Er ist Senior-Partner der auf das Insolvenz- und Sanierungsrecht spezialisierten Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff & Partner. Sein Tätigkeitsschwerpunkt liegt im Insolvenzrecht, der Sanierungs- und Restrukturierungsberatung sowie in der Zwangsverwaltung. Graf Brockdorff ist u. a. Mitherausgeber und / oder Co-Autor folgender Veröffentlichungen: „Der Gläubiger im Insolvenzverfahren“ (1999) und „Der Gläubiger in der Gesamtvollstreckung“ (1993), Autor des 2004 erschienenen Beitrages „Der Insolvenzplan: Realistische Alternative zur Regelinsolvenz“ (Schürer Verlag, 2004) und des Fachbuches „Insolvenzrecht – Aktuelle Schwerpunkte aus Gläubigersicht“ (2008) und „Insolvenzrecht 2010 / 2011 – Aktuelle Schwerpunkte aus Gläubigersicht“ sowie „Insolvenzrecht 2013/2014 – Aktuelle Schwerpunkte aus Gläubigersicht“ (Deutscher Sparkassenverlag). Er ist Mitglied diverser Arbeitskreise für Insolvenzrecht sowie Vorsitzender des Vorprüfungsausschusses „Fachanwalt für Insolvenzrecht“ der Rechtsanwaltskammer des Landes Brandenburg. Daneben ist er korrespondierender Beirat der Deutschen Zeitschrift für Wirtschafts- und Insolvenzrecht.

3 Fragen an Christian Graf Brockdorff
Haben Sie schon einmal einen Fehler gemacht?
Ja, immer wieder mache ich Fehler. Fehler gehören zum Leben dazu.

Wie gehen Sie mit Fehlern um?
Wenn möglich, spreche ich Fehler unumwunden und klar an. Im Sinne einer positiven Fehlerkultur fängt man am besten bei sich selbst an, wenn es darum geht, mit Fehlern offen umzugehen. Im Team versuche ich durch Vertrauen und Verständnis ebenfalls einen offenen Umgang mit Fehlern zu erreichen.

Was kann man aus Fehlern lernen?
Die Erfahrung lehrt, dass ein offener Umgang mit Fehlern sowohl im Geschäftsverkehr als auch im privaten Vertrauen erzeugt. Ferner führen Fehler zu Erfahrungswerten, durch die Fehler in der Zukunft vermieden werden können. Es ist zudem eine sorgsame Analyse angezeigt, um den Ursachen für die festgestellten Fehlentwicklungen auf den Grund zu gehen. Wenn vernünftig und angemessen gegengesteuert wird, treten in der Summe weniger Fehler auf.

 

Christoph MeyerChristoph Meyer, geb. 1969, studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Münster und München und ist seit 1996 als Rechtsanwalt zugelassen. Nach drei Stationen in jeweils in München ansässigen, mittelgroßen Wirtschaftskanzleien ist Christoph Meyer seit 2006 Partner der Kanzlei SKW Schwarz und leitet dort den Fachbereich Private Clients sowie den Fachbereich Prozessführung. Christoph Meyer ist zugleich auch Fachanwalt für Steuerrecht und Fachanwalt für Familienrecht. Seit Beginn seiner Zulassung beschäftigt sich Christoph Meyer vor allen Dingen mit privaten Vermögensfragen und hier schwerpunktmäßig auch mit allen Herausforderungen, die im Zusammenhang mit Unternehmensnachfolgen entstehen. Darüber hinaus verfügt Christoph Meyer über Erfahrungen als Aufsichtsrat in verschiedenen, inhabergeprägten Unternehmen sowie als Stiftungsrat einer großen Familienstiftung.

3 Fragen an Christoph Meyer
Haben Sie schon einmal einen Fehler gemacht?
Niemand ist unfehlbar und auch ich nehme das nicht für mich in Anspruch.

Wie gehen Sie mit Fehlern um?
Ich stehe zu meinen Fehlern und gehe offensiv mit ihnen um. Dadurch gewinne ich verlorenes Vertrauen zurück und reduziere enttäuschte Erwartungen.

Was kann man aus Fehlern lernen?
Im Zuge der Beseitigung des Fehlers reicht es nicht aus, nach der Ursache zu forschen und diese abzustellen, man muss vielmehr den gesamten Prozess, in dem der Fehler aufgetreten ist hinterfragen, verbessern oder sogar neu aufsetzen. Nur dann nutzt man alle Chancen, die sich aus dem Fehler ergeben.

 

RibbentropJoachim von Ribbentrop, Partner bei Odewald KMU, arbeitete vor seinem Eintritt im Jahr 2008 als Geschäftsführer des Beteiligungsunternehmens BPE Private Equity. Zuvor war er Geschäftsführender Gesellschafter bei J.O.R. Finconsult, eine auf Private Equity spezialisierte Beratungsgesellschaft. Seine Karriere begann Herr von Ribbentrop bei Gemini Consulting, bevor er zu PricewaterhouseCoopers wechselte und dort zuletzt als Stellvertretender Direktor den Bereich Restrukturierung von Unternehmen mit steuerte. Herr von Ribbentrop absolvierte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Köln.

3 Fragen an Christian Heintze
Haben Sie schon einmal einen Fehler gemacht?
Ja, immer wieder.

Wie gehen Sie mit Fehlern um?
Offen und konstruktiv, um zukünftig weniger Fehler machen zu müssen.

Was kann man aus Fehlern lernen?
Das Entscheidungen grundsätzlich sehr gut vorbereitet sein müssen.