Bodo Janssen Portrait

Bodo Janssen

Impuls-Vortrag

»Ich war ein Flop- Manager«

Als Bodo Janssen ins Familienunternehmen einstieg, hielt er sich für einen tollen Manager. Das Geschäft der Hotelkette Upstalsboom lief, die Zahlen stimmten. Dann fragte er seine Mitarbeiter, ob sie zufrieden sind – mit ihrer Arbeit und seiner Führung. Das Ergebnis war ein Schock: Die Mehrheit wünschte sich einen anderen Chef.

Statt zu schmollen, fragte sich Janssen: Was habe ich falsch gemacht? Wie muss ich meine Führung verändern? Er ging ins Kloster und beschäftigte sich mit positiver Psychologie. Heraus kam ein Konzept der sinnorientierten Führung, in der die Mitarbeiter wertgeschätzt werden. Die Führungskräfte sollen keine Auftraggeber und Antreiber sein, vielmehr sollen sie die Potenziale jedes einzelnen erkennen und fördern.

Janssen geht buchstäblich mit gutem Beispiel voran, wenn er etwa mit seinen Auszubildenden auf den Kilimandscharo steigt, um ihnen zu zeigen, wie man an Herausforderungen wachsen kann.


 

Vita Bodo Janssen »

„Ein Grund für Misstrauen zwischen Menschen liegt in ihrem Widerstand, gemachte Fehler zu offenbaren.“

Bodo Janssen ist Geschäftsführer der 1976 gegründeten Hotelkette Upstalsboom mit 635 Mitarbeitern in 65 Hotels und Ferienwohnanlagen im 3-bis 5-Sterne-Segment. Janssen wurde während seines Studiums der BWL und Sinologie entführt und acht Tage später aus der Hand seiner Kidnapper befreit. 2005 stieg er ins elterliche Unternehmen ein, 2007 kam sein Vater und Unternehmensgründer bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. 2010 waren es die vernichtenden Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung, die ihn persönlich sehr trafen. Die Mitarbeiter fühlten sich schlecht geführt. Die Erkenntnis, dass der „Fisch am Kopf – also bei ihm- anfing zu stinken“ ernüchterte ihn. Er entschloss sich, für eineinhalb Jahre regelmäßig ins Kloster zu gehen um etwas über Führung zu erfahren. Parallel beschäftigte er sich mit den neuesten Erkenntnissen der positiven Psychologie und Neurobiologie. Im Spannungsfeld zwischen Spiritualität und Wissenschaft begann er über das Thema Führung zu „meditieren“ und beschreitet inzwischen mit einer immer größer werdenden Anzahl an Mitarbeitern einen neuen Weg, den Upstalsboom Weg. Drei Jahre nach dem Aufbruch ist Janssen davon überzeugt, dass sein Führungsprinzip der Wertschöpfung durch Wertschätzung keine Illusion, sondern der vielerorts gelebten Managementpraxis weit überlegen ist.